SparkToro hat zusammen mit Similarweb ausgewertet, was nach einer Google-Suche tatsächlich passiert. Grundlage sind echte Klickdaten, keine Umfrage. Das Ergebnis für Deutschland: Von 1.000 Suchanfragen führen nur 287 überhaupt zu einem Klick auf eine Website. Die restlichen 713 enden auf der Suchergebnisseite.
Quelle: SparkToro / Similarweb, Januar bis April 2026 • Zero-Click-Quote Deutschland, erhoben über Similarweb-Klickdaten. Beleg ansehen
Zum Vergleich: 2024 lag dieser Wert weltweit noch bei rund 60 Prozent, vor zehn Jahren bei etwa 45 Prozent. Der Trend läuft also seit Jahren, aber er hat sich mit den KI-Antworten deutlich beschleunigt.
Stellen Sie sich eine Ladenstraße vor. Ihr Geschäft liegt an der besten Ecke, direkt am Eingang. Nur baut die Stadt jetzt einen Pavillon davor, in dem eine Auskunft sitzt und alle Fragen der Passanten sofort beantwortet. Die Leute kommen weiterhin, sie fragen weiterhin, aber sie gehen die Straße gar nicht mehr hinunter.
Der Pavillon ist die KI-Antwort, die Google über die Trefferliste stellt. Ihre Position in dieser Liste hat sich nicht verschlechtert. Sie ist nur an eine Stelle gerutscht, die viele Nutzer nie erreichen. Deshalb können Ihre Rankings stabil aussehen, während die Anfragen zurückgehen.
“Die Frage ist nicht mehr, ob Sie in der Liste stehen. Die Frage ist, ob Sie in der Antwort vorkommen.
Seit einiger Zeit geistert ein Satz durch Vertriebsgespräche und Agenturpräsentationen: Die Google-Suchanfragen seien um 25 Prozent zurückgegangen. Wir haben diesen Satz selbst benutzt. Er stimmt nicht, und wir halten es für richtig, das offen zu sagen.
Drei Dinge daran sind falsch:
Quelle: Gartner, Pressemitteilung, 19. Februar 2024 • Die ursprüngliche Prognose im Wortlaut. Beleg ansehen
Der Unterschied ist keine Wortklauberei, sondern entscheidet über die richtige Maßnahme. Wer glaubt, die Leute suchen weniger, versucht die verlorene Nachfrage woanders zu ersetzen. Tatsächlich ist die Nachfrage da wie nie. Sie kommt nur nicht mehr bei Ihnen an. Das ist ein völlig anderes Problem, und es hat eine andere Lösung.
Sowohl Googles KI-Antwort als auch ChatGPT und Perplexity zitieren Quellen. Wer dort als Quelle auftaucht, bekommt den Besucher, der überhaupt noch klickt. Dafür müssen Inhalte so aufgebaut sein, dass eine Maschine sie als klare Antwort auf eine klare Frage erkennt.
Das ist der häufigste technische Fehler, den wir sehen. Viele moderne Websites bauen ihre Texte erst im Browser des Besuchers zusammen. Google kann damit inzwischen umgehen. Die KI-Systeme, die Ihre Inhalte lesen sollen, können es in vielen Fällen nicht. Für sie ist die Seite dann leer, egal wie gut der Text ist.
KI-Systeme bilden sich ihr Urteil über ein Unternehmen aus mehreren Quellen: dem Google-Unternehmensprofil, Bewertungen, Branchenverzeichnissen, Presse. Ein gepflegtes Profil mit echten Bewertungen wirkt hier stärker als jede einzelne Unterseite.
Die Position in der Trefferliste allein sagt heute wenig. Aussagekräftig ist das Verhältnis von Sichtbarkeit zu tatsächlichen Anfragen. Wer nur Rankings betrachtet, sieht den Einbruch erst, wenn er im Umsatz ankommt.
Die Zero-Click-Zahlen stammen aus einer Auswertung von Klickdaten und sind kein Naturgesetz. In Deutschland liegt die Quote spürbar niedriger als in Großbritannien oder den USA, vermutlich wegen der europäischen Regulierung. Und nicht jede Branche ist gleich betroffen: Wer ein konkretes Handwerk anbietet, wird anders gesucht als jemand, der eine Wissensfrage beantwortet. Was für Ihr Unternehmen gilt, lässt sich nur an Ihren eigenen Zahlen ablesen, nicht an einer Studie.
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